Irgendwo da draußen brennt noch Licht
Bayerischer Schunkel-Walzer / Blasmusik / Heimwehlied
Über das Lied
Irgendwo da draußen brennt noch Licht
Ein langsamer bayerischer Schunkel-Walzer — 70 BPM, warm und schwer wie ein Herbstabend in der Oberpfalz. Das Akkordeon beginnt allein, fast zögernd. Dann kommt die Klarinette, hell und zart. Mit jedem Vers wächst das Ensemble — Flügelhorn, Trompete, Tenorhorn, Bariton, Tuba — bis im großen Finale alle zusammen tragen. Aufgenommen klingt es wie 1973: analog, leicht staubig, echt. Josefs Fagott meldet sich mit zwei, drei stillen Tönen — diskret, aber da.
Irgendwo in der Fremde steht ein Mann — nicht weit weg, nur innerlich weit weg — und erinnert sich. An den großen Wald im Morgenrot. An die Oma die schon bereitsteht bevor die Kirchenglocken verstummt sind. An den Vater der auf seiner Bank sitzt, hinausschaut, nickt — und nichts sagen muss. An das volle Wirtshaus, die Kapelle, die alten Freunde — manche längst nicht mehr da. Das Lied fragt nicht warum man gegangen ist. Es fragt nur ob man noch heimfindet — bevor das Licht ausgeht.
Liedtext zu
Irgendwo da draußen brennt noch Licht
(C) Rainer Wittmann, 2026
Wenn der Abend kommt und die Lichter geh’n
Und ich steh allein auf der Straß‘ und seh‘
Wie der letzte Zug in die Ferne fährt
Und ich weiß nicht mehr — wo mein Zuhause wär
Einmal hab ich noch den großen Wald dort gsehn.
Morgenrot und Nebel — und dann weitergehn
Und der Duft von Harz und von nassem Gras
Sagt mir leise: Weißt du noch — wie das war?
Irgendwo da draußen brennt noch Licht
Irgendwo kennt noch wer mein Gesicht
Irgendwo brennt noch ein Stück von mir
Und ich finds nicht mehr — ohne dich
Sonntagmorgen — Kirchenglocken breit
Und die Oma steht schon lang bereit
Dampft die Suppe, Zum Braten gibt es Kren
Sowas kannst du nur zu Haus noch seh’n
Der Vater, der sitzt still auf seiner Bank
Schaut hinaus — und nickt — und sagt kein Wort
Aber dieser Blick — der sagt dir alles
Was du nie vergessen, nie verloren hast
Irgendwo da draußen brennt noch Licht
Irgendwo kennt noch wer mein Gesicht
Irgendwo liegt noch ein Stück von mir
Und ich finds nicht mehr — ohne dich
Am Abend dann das Wirtshaus voll
Jeder weiß genau wie’s klingen soll
Die Kapelle spielt und alles singen
Das Herz geht auf, hörst du es klingen?
Alte Freunde — manche längst nicht mehr
Aber irgendwo kommt Musik daher
Im Geiste sind sie alle noch dabei
Und ich schwör — ich fühl mich frei
Kein Rosengarten, keine große Stadt
Ein kleiner Weg, den ich fast vergessen hab
Und zwei alte Hände — und ein Grüß Gott
Geh, Josef, blas hinein in das Fagott
Irgendwo da draußen brennt noch Licht
Irgendwo kennt noch wer mein Gesicht
Irgendwo liegt noch ein Stück von mir
Und ich finds nicht mehr — ohne dich
Irgendwo da draußen brennt noch Licht
Irgendwo kennt noch wer mein Gesicht
Bring mich heim — nur einmal noch nach Haus
Lösch das Licht — erst wenn ich heimgefunden hab