Der Baum
Rock Ballad
Über das Lied
Der Baum
Dieser Song erzählt keine laute Geschichte – er flüstert sie. Im Mittelpunkt steht ein Baum. Unscheinbar, still, unbeweglich. Und doch trägt er alles in sich: Berührungen aus längst vergangenen Zeiten, eingeritzte Erinnerungen, Sommer, Regen, Abschiede. Menschen kommen und gehen – er bleibt. Und mit ihm alles, was jemals war. Musikalisch beginnt der Song zurückhaltend, fast fragil. Eine klare, warme Gitarrenlinie öffnet den Raum, bevor sich nach und nach ein dichter, cineastischer Rock-Sound entfaltet. Die Dynamik wächst behutsam, ohne je ins Übertriebene zu kippen – immer kontrolliert, immer würdevoll. Jeder Chorus hebt sich emotional an, ohne zu schreien, eher wie ein gemeinsames Erinnern.
Das zentrale Motiv zieht sich wie ein roter Faden durch das Stück: Dass wir Spuren hinterlassen – auch wenn niemand sie sieht. Dass etwas bleibt – auch wenn Namen, Gesichter und Geschichten verschwinden. Der Song endet bewusst reduziert. Nach einem letzten, kraftvollen Höhepunkt bricht alles plötzlich ab. Was bleibt, ist Stille. Und eine leise Stimme, fast wie ein Nachhall. Ein Lied über Zeit. Über Vergänglichkeit. Und über das stille Weitertragen dessen, was einmal war.
Liedtext zu
Der Baum
(c) Rainer Wittmann, 2026
Ein Baum steht auf dem Feld.
Erinnert sich nicht.
Doch weiß er alles.
Ein Kind hat ihn berührt
mit kleinen Händen,
die längst Erde sind.
Ein Sommer hat gebrannt.
Ein schwarzer Strich.
Die Wurzeln sind noch stark.
Er trägt uns alle
ohne Namen
ohne Grab
er trägt uns
in der Stille weiter.
Er kennt uns alle
ohne Namen
ohne Gesicht
und schweigt
für immer.
Regen über Nacht.
Niemand hörte ihn.
Der Baum labte sich daran.
Ein Junge schnitt sein Zeichen
tief ins sein Holz.
Doch er blieb stark.
Ein Vogel sang auf einem Aste.
Der Baum wiegte ihn im Wind.
Weg war er. Geschwind.
Er trägt uns alle
ohne Namen
ohne Grab
er trägt uns
in der Stille weiter.
Er kennt uns alle
ohne Namen
ohne Gesicht
und schweigt
für immer.
Ringe zählen Jahre.
Stärke durch Kraft.
Er hat sie alle geschafft.
Zwei alte Leute saßen
in seinem Schatten.
Nur die Frau blieb zurück.
Viele Menschen gingen vorbei.
Sie sahen ihn an.
Er kennt all ihre Blicke.
Er trägt uns alle
ohne Namen
ohne Grab
er trägt uns
in der Stille weiter.
Er kennt uns alle
ohne Namen
ohne Gesicht
und schweigt
für immer.
Irgendwann.
fällt auch er.
Aber noch nicht heute.
Er trägt uns alle
ohne Namen
ohne Grab
er trägt uns
in der Stille weiter.
Er kennt uns alle
ohne Namen
ohne Gesicht
und schweigt
für immer.