Bleib in deiner Bahn!
Bayerischer Britpop-Rock in bayerischer Sprache
Über das Lied
Bleib in deiner Bahn!
Nach einer kleinen Schaffenspause habe ich wieder richtig Lust bekommen, Musik zu machen. Deshalb wird es in der Klangwolke in nächster Zeit wieder öfter neue Songs geben. „Bleib in deiner Bahn!“ ist dabei ziemlich genau das geworden, was ich an solchen Experimenten mag: musikalisch irgendwo zwischen Britpop, Rock und bayerischem Eigensinn – ohne sich groß darum zu kümmern, ob diese Mischung eigentlich vorgesehen ist.
Gesungen wird auf Bairisch. Nicht als Folklore-Gag, sondern weil der Text genau so am besten funktioniert.
Inhaltlich geht es um eine Welt, in der permanent jemand erklärt, was man denken, glauben, fürchten oder ablehnen soll. Auf dem Handy rauschen Bilder, Meinungen, Empörung und vermeintliche Gewissheiten vorbei, bis man irgendwann selbst nicht mehr weiß, wo oben und unten ist.
Der Song versucht darauf keine große Antwort zu geben. Im Gegenteil. Man muss nicht zu allem eine Meinung haben. Man muss nicht jeden Schmarrn glauben. Man muss auch nicht jedem hinterherlaufen, der besonders laut behauptet, den richtigen Weg zu kennen. Manchmal reicht es völlig, in der eigenen Bahn zu bleiben, auf das eigene Gefühl zu hören und sich daran zu erinnern, welche Menschen wirklich da sind, wenn rundherum wieder alle narrisch werden. Vielleicht ist das am Ende sogar die einfachere Form von Orientierung.
Liedtext zu
Bleib in deiner Bahn!
(c) Rainer Wittmann, 2026
In da Früh scho hundert Stimmen,
die dir song, wia’s weitergeht.
Da oane sagt, du musst di fürchten,
da andre, dass die Welt morgn untergeht.
Auf dem Handy tausend Bilder,
Grell und krank. Gehirnverbrannt.
Und am End‘ bist zehnmal durchdrat
Schaust ganz deppad. Echt frappant.
Dann sitz ma da, bei Kaffee und Brot,
du schaust mi o und sogst ganz schlicht:
„Mach den Schmarrn für immer aus.
I brauch ned jeden Dog des letzte Gericht.“
Wenn draußen olle narrisch san,
und jeder schreit, er kennt den Plan,
dann bleib bei dene, die di kennen,
Bleib in deiner Bahn!
(Bleib in deiner Bahn!)
Solang no oana nem dir steht,
der koa große Worte braucht,
der di kennt, wenn’s rundum kracht,
und trotzdem mit dir weiterlacht.
Heut musst zu allem Stellung nehmen,
gleichgeschaltet, möglichst laut.
Kaum hast an Satz grad fertig gredt,
hat di scho irgendwer durchschaut.
Da san die Guten und die Bösen,
mancher mimt den eitlen Pfau.
Doch wennst genauer in die Gsichter schaust,
wird schwarz und weiß auf einmal grau.
Manchmal reicht a liaba Mensch,
der gar koa große Antwort braucht.
Einer, der ned fragt, auf welcher Seitn,
sondern bloß: „Wie geht’s dir überhaupt?“
Wenn draußen olle narrisch san,
und jeder schreit, er kennt den Plan,
dann bleib bei dene, die di kennen,
Bleib in deiner Bahn!
(Bleib in deiner Bahn!)
Solang no oana nem dir steht,
der koa große Worte braucht,
der di kennt, wenn’s rundum kracht,
und trotzdem mit dir weiterlacht.
Ganz gwies brauchst ned auf ois a Antwort
für jeden Deppen der übertreibt.
Ganz gwies muasst ned alles glauben.
Was da Schmierfink wieder schreibt.
Und wenn’s dann still wird,
wenn der Lärm vergeht,
steht am Ende gwies die Einsicht:
„Hör auf di und auf dei Gfui,
nur du bist des, der woas wos er wui!“
Wenn draußen olle narrisch san,
und jeder schreit, er kennt den Plan,
dann bleib bei dene, die di kennen,
Bleib in deiner Bahn!
(Bleib in deiner Bahn!)
Solang no oana nem dir steht,
der koa große Worte braucht,
der di kennt, wenn’s rundum kracht,
und trotzdem mit dir weiterlacht.
Solang no oana neben dir steht,
is no lang ned ois z’spät.
Und wennst nimmer woaßt, wohin:
Schau, wer neben dir steht.