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Idee im Kopf? Du brauchst jemanden, der mitdenkt.

Für jeden Job das richtige Werkzeug – und der Mut, Nein zu sagen

Wer seinem Kunden nur das verkauft, was der Kunde braucht – und nicht das, was eine schöne Rechnung ergibt – der baut etwas, das länger hält als jedes Projekt: Vertrauen.

Wer seinem Kunden nur das verkauft, was der Kunde braucht – und nicht das, was eine schöne Rechnung ergibt – der baut etwas, das länger hält als jedes Projekt: Vertrauen.
Format Labor-Beitrag vom 25.04.2026 von Rainer Wittmann
Bereich Labor / Laborprotokolle
Inhalt

Manchmal ist das Beste, was ich einem Kunden sagen kann, ein einziges Wort. Nein! Und zwar auf Fragen wie diese:

„Kannst du mir den Shop genau so nachbauen? Moderner, frischer – mit so einem Baukastensystem, wie es sie im Internet gibt. Das machst du doch in ein paar Klicks."

Ausgangspunkt

Ein Kunde kam zu mir mit einem Shop, den ein Kollege von mir für ihn entwickelt hatte. Technisch gewachsen, über Jahre hinweg auf seine Branche zugeschnitten. Der Kunde war nicht unzufrieden – er wollte nur etwas Neues. Etwas Moderneres. Etwas, das er selbst mit einem Online-Baukastensystem verwalten kann, ohne jedes Mal jemanden anrufen zu müssen. Ein verständlicher Wunsch. Und auf den ersten Blick kein unvernünftiger.

Die Erkenntnis

Ich habe mir seinen aktuellen Shop angesehen - mit den Augen eines Entwicklers. Und dann habe ich meinem Kunden erklärt, was er da eigentlich hat.

Einen Shop, der Feiertage kennt. Einen Shop, der Liefervolumina definiert und prüft, der ein Pfandsystem integriert hat, das automatisch mitrechnet. Und einen Shop, der mit seinen Kunden kommuniziert – nicht über generische Mails, sondern über Prozesse, die auf seine Branche zugeschnitten sind.

Das ist kein Shop. Das ist ein System. Gebaut für genau diesen einen Betrieb, über Jahre gewachsen, an vielen Stellen still und unsichtbar – aber unverzichtbar.

Der Bruch

Mein Kunde blieb hartnäckig. Baukastensysteme seien heute so leistungsfähig. Man könne doch fast alles damit machen. Andere machen das auch so.

Ich habe ihn unterbrochen.

"Du verkaufst keine Bücher", sagte ich. "Keine CDs. Keine Ware, die man in einen Karton packt und verschickt. Kein Baukastensystem der Welt kennt deine Feiertage, dein Pfand, deine Volumina, deine Kunden. Du könntest Jahre damit verbringen, das nachzubauen – und am Ende hättest du eine schlechtere Version von dem, was du bereits hast."

Das Ergebnis

Mein Rat war einfach: Ruf meinen Kollegen an. Gib ihm ein paar hundert Euro für ein Redesign. Freu dich, dass das System läuft – und lass es laufen.

Kein Auftrag für mich. Kein Projekt, kein Budget, keine Rechnung.

Aber ein Kunde, der verstanden hat, was er hat. Und ein Kollege, der eine faire Chance bekommt, seiner hervorragenden Arbeit einen modernen Touch zu verleihen. Das ist es, was ein Entwickler sieht – und ein Baukastensystem nicht.

Fazit

Nicht jede Anfrage ist ein Auftrag. Und nicht jeder Auftrag sollte angenommen werden.

Denn wer seinem Kunden nur das verkauft, was der Kunde braucht – und nicht das, was eine schöne Rechnung ergibt – der baut etwas, das länger hält als jedes Projekt: Vertrauen.

Das ist mein Selbstverständnis. Keine Selbstlosigkeit. Bodenständiges Handwerk eben.

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